Erektionsstörungen sind für die meisten Männer eine erniedrigende Erfahrung, die ihr männliches Selbstbild komplett in Frage stellt. Aber auch für viele Frauen führen Erektionsprobleme beim Partner zu Problemen. Selbstzweifel, Schulgefühle und Unsicherheiten: 

  • “Liegt es an mir?”
  • “Bin ich nicht mehr attraktiv genug?”
  • “Habe ich etwas falsch gemacht?” 

In diesem Artikel klären wir darüber auf, wie Frauen damit umgehen können, wenn ihr Partner nicht kann. Wo liegen die Ursachen? Wie kann sie ihn bestmöglich unterstützen? Was sollte sie vermeiden? Mehr dazu hier: 

Erektionsstörungen: Ist die Frau schuld? 

frau bedrückt und besorgt

Leider neigen viele Frauen dazu, sich selbst die Schuld zu geben, wenn ihr Partner Erektionsprobleme hat. Sie fragen sich, ob sie noch anziehend genug sind, oder ob sie genug Anstrengungen unternehmen, um ihren Partner sexuell zu befriedigen. 

Und dann taucht die Frage auf: 

“Wer hat Schuld an den Erektionsproblemen? Bin ich es?” 

Die Antwort ist simpel: Erektionsstörungen sind keine Schuldfrage. Sie können viele verschiedene Ursachen haben, sowohl physischer als auch psychischer Natur. Die Ursachen schauen wir uns im nächsten Abschnitt noch genauer an. 

Aber zunächst ist für Frauen wichtig zu verstehen: Erektionsstörungen sind in den allermeisten Fällen nicht ihre “Schuld”. Es liegt nicht an ihrem Aussehen, ihrem Verhalten oder ihren Fähigkeiten als Partnerin. 

Die gute Nachricht vorab: Dass der Mann nicht kann, ist eine Herausforderung, die beide gemeinsam bewältigen können. Wie das genau funktionieren kann, dazu kommen wir noch. Zunächst ist es wichtig, dass du die Ursachen von Erektionsstörungen bei Männern verstehst. 

Ursachen von Erektionsstörungen bei Männern

Pärchen auf der Couch

Je besser du die Ursachen von Erektionsstörungen von Männern verstehst, desto besser kannst du deinem Partner helfen. 

Es gibt 3 Kategorien von Ursachen für Erektionsstörungen bei Männern. Psychische Ursachen, physische Faktoren und Lebensstilfaktoren. 

Anhand von vielen Beratungen mit hunderten von Männern mit Erektionsproblemen wissen wir, dass die Hauptursache für die meisten auf der psychischen Ebene zu finden ist. Auch können natürlich mehrere Ursachen miteinander kombiniert auftreten, die das Risiko erhöhen. 

Kommen wir nun zu den Ursachen:

1. Psychische Ursachen für Erektionsstörungen

  1. Stress: Hoher Stress kann die Hormonproduktion beeinträchtigen und die Durchblutung des Penis reduzieren, was zu Erektionsproblemen führen kann.
  2. Leistungsdruck: Der Druck, im Bett eine gute Leistung zu erbringen, kann zu Angstzuständen und Versagensängsten führen, die sich negativ auf die Erektion auswirken können.
  3. Versagensängste: Die Angst davor, im Bett zu versagen oder die Partnerin nicht zufriedenzustellen, kann eine erhebliche Belastung darstellen und Erektionsprobleme verursachen.
  4. Beziehungsprobleme: Konflikte, Kommunikationsprobleme oder Unstimmigkeiten in der Beziehung können zu Stress und Angst führen, was sich wiederum auf die sexuelle Leistungsfähigkeit auswirken kann.
  5. Depressionen: Depressionen können das Interesse an sexuellen Aktivitäten verringern und die Fähigkeit zur Erreichung einer Erektion beeinträchtigen.
  6. Übermäßiger Pornokonsum: Übermäßiger Pornografie kann zu einer Veränderung der sexuellen Erregungsmuster führen und die Fähigkeit beeinträchtigen, bei weniger intensiven Reizen stimuliert zu werden.

2. Körperliche Ursachen für Erektionsstörungen

Arzt in Arztkittel
  1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Arteriosklerose)
  2. Stoffwechselstörungen (Diabetes)
  3. Hormonelle Ungleichgewichte
  4. Neurologische Erkrankungen
  5. Prostata-Probleme
  6. Nebenwirkungen von Medikamenten

Körperliche Ursachen sind laut unserer Erfahrung eher in seltenen Fällen die Ursache für die Erektionsprobleme. Falls allerdings der Verdacht besteht, dass eine der hier genannten Faktoren eine Ursache darstellen könnte, kannst du deinen Partner motivieren, sich beim Arzt checken zu lassen 

3. Lebensstilfaktoren, die Erektionsstörungen beeinflussen können

  1. Übergewicht: Übergewicht kann den Blutfluss beeinträchtigen und zu Gefäßproblemen führen, die erektile Dysfunktion verursachen können.
  2. Rauchen: Nikotin und andere schädliche Substanzen im Tabakrauch können die Blutgefäße verengen und die Durchblutung beeinträchtigen, was Erektionsstörungen begünstigt.
  3. Alkohol- und Drogenkonsum: Übermäßiger Konsum von Alkohol und Drogen kann das Nervensystem beeinträchtigen und die sexuelle Funktion beeinträchtigen.
  4. Mangelnde körperliche Aktivität: Eine unzureichende körperliche Aktivität kann zu einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand führen, der wiederum das Risiko für erektile Dysfunktion erhöht.

Die Lösung für viele Männer: Für etliche Männer aus unseren Beratungen stellte sich heraus, dass eine Kombination aus psychischen Lösungsansätzen zusammen mit Lebensstiländerungen und Beckenbodenübungen (dazu später mehr) am besten funktioniert.  

Wie verhalte ich mich, wenn mein Mann Erektionsstörungen hat? 

Mann und Frau halten Händchen

Wenn du hier gute Hilfe leistest, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich das Problem schneller beheben lässt. Zumindest stehst du der Lösung dann nicht ungewollt im Weg. Es ist in erster Linie wichtig, dass du empathisch und unterstützend bist. Dies bildet die Grundlage. So kannst du vorgehen:  

  1. Suche das Gespräch: Sprich deinen Partner in einer günstigen Atmosphäre an, in der ihr beide entspannt und ungestört seid.
  2. Sei einfühlsam: Zeige deinem Partner, dass du ihn trotz seiner Erektionsprobleme liebst und unterstützt, und erinnere ihn daran, dass eure Beziehung nicht nur auf sexueller Intimität beruht.
  3. Zeige Verständnis: Äußere deine Besorgnis und deine Gefühle, ohne Vorwürfe zu machen oder Mitleid zu zeigen.
  4. Biete Unterstützung an: Ermutige deinen Partner, zum Arzt zu gehen, um die Ursache der Erektionsprobleme abzuklären, und versichere ihm, dass ihr gemeinsam nach Lösungen suchen werdet.
  5. Vermeide Druck: Baue keinen Druck auf und vermeide es, irgendwelche Potenzmittel aus dem Internet einzunehmen, ohne ärztlichen Rat einzuholen.

Wir möchten betonen: Es ist wirklich wichtig, dass du starke Mitleidsbekundungen bleiben lässt: “Ach du armer Mann, das tut mir schrecklich leid, dass es gerade nicht funktioniert!” Dadurch verletzt du seine Gefühle und greifst unbeabsichtigt seine Männlichkeit an, zumindest wird er es mit hoher Wahrscheinlichkeit so interpretieren. 

Gleichzeitig solltest du das Problem aber auch nicht übermäßig bagatellisieren und die Probleme komplett herunterzuspielen, als seien sie unwichtig. Auch das kann negative Gefühle und Ängste verstärken.

Vermutlich erkennst du schon, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer in kritischen Situationen sehr sensibel reagieren können. 

Der Punkt mit dem Druck aufbauen ist ebenfalls wesentlich. Falls du sofortige Erwartungen an seine sexuellen Leistungen setzt oder ihm Vorwürfe machst, erreichst du das Gegenteil und verschlimmert die Situation nur. 

Erfahrungsgemäß zeigt sich, dass folgende Einstellung gut funktioniert:

“Das kann jedem mal passieren und jeder erlebt auch schwierige Phasen. Das ist zwar nicht schön, ich weiß, aber das Problem lässt sich ja zum Glück lösen. Wir haben Zeit und ich unterstütze dich, wo ich kann.” 

Wenn dein Partner dies spürt, hast du ihm bereits enorm geholfen. 

Wie lassen sich Erektionsstörungen behandeln? 

Ideen auf mehreren Zetteln

Die Behandlung von Erektionsstörungen umfasst eine Vielzahl von Ansätzen, die darauf abzielen, die zugrunde liegenden Ursachen zu identifizieren und zu behandeln.

Neben medizinischen Interventionen (die erfahrungsgemäß nur bei relativ wenigen Männern nötig sind) gibt es auch verschiedene nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten, die darauf abzielen, die sexuelle Gesundheit und Funktion zu verbessern.

1. Psychologische Unterstützung

Wie wir bereits beschrieben haben, ist für sehr viele Männer Leistungsdruck und Versagensangst im Bett die Hauptursache für Erektionsprobleme. 

Diese Angst kann verschiedene Quellen haben, darunter negative Erfahrungen in der Vergangenheit, Leistungsdruck, Angst vor Ablehnung oder auch gesellschaftliche Erwartungen an männliche Sexualität.

Für viele Männer ist die Vorstellung, im Bett nicht „funktionieren“ zu können, mit einem Gefühl des Versagens verbunden. Sie können sich unter Druck gesetzt fühlen, eine Erektion aufrechtzuerhalten und ihren Partner sexuell zu befriedigen.

Dieser Druck kann zu einer negativen Gedankenspirale führen, die die Angst verstärkt und die Erektionsprobleme weiter verschlimmert. 

Ein wichtiger Schritt für diese Männer ist es zu verstehen, dass sie keine Maschinen sind. Die männliche Sexualität ist komplex und kann von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden, sowohl körperlich als auch psychisch.

Es ist normal, dass es gelegentlich zu Erektionsproblemen kommen kann, und dies bedeutet nicht, dass der Mann weniger männlich oder weniger liebenswert ist. 

Es ist auch wichtig zu erkennen: Eine erfüllende sexuelle Beziehung basiert nicht nur auf der Fähigkeit, eine Erektion aufrechtzuerhalten, sondern auch auf Intimität, Kommunikation und gegenseitigem Verständnis. 

Manche Männer können sich alleine aus diesen psychologischen Fallstricken lösen und wieder zu ihrer gewohnten Erektion kommen. Aber so einigen fällt das auf eigene Faust auch schwer.

Hierfür gibt es erfahrene Experten, die sich auf solche Beratungen spezialisiert haben, um psychologische Erektionsprobleme aufzulösen. Hierbei können wir deinen Partner gerne unterstützen

2. Beckenbodentraining

Der Beckenboden ist eine Gruppe von Muskeln, die eine Schlüsselrolle bei der Kontrolle der Blasen- und Darmfunktion sowie der sexuellen Funktion spielen.

Durch gezieltes Beckenbodentraining können Männer ihre Beckenbodenmuskulatur stärken, was dazu beiträgt, die Durchblutung im Beckenbereich zu verbessern und die sexuelle Gesundheit zu fördern. 

Diese Übungen können auch dazu beitragen, die Kontrolle über die Erektion zu verbessern und die Ejakulation zu verzögern. Männer können demnach trainieren, länger im Bett zu können. 

Mehr darüber kannst du in unserem Artikel Beckenbodentraining für den Mann lesen. 

Du kannst dir aber gerne auch direkt unseren Beckenboden-Trainingsplan herunterladen, der dich gezielt durch das Training und effektive Übungen durchführt. Zusätzlich sorgt der Plan auch für Motivation, damit du das Training nicht nach wenigen Tagen wieder einstellst. So kannst du die besten Effekte erzielen:

 

Bei zu frühem Kommen:
Bei Erektionsproblemen:
Keine Sorge – deine Mail bleibt geschützt und wird vertraulich behandelt. Auch Spam hast du nicht zu befürchten!

3. Der klassische Tipp 

Vermutlich ist dies keine Überraschung mehr: Ja, die Lebensstiländerungen. Wir müssen es erwähnen. Selbstverständlich kann eine gesunde Lebensweise dazu beitragen, Erektionsstörungen zu verbessern oder vorzubeugen. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, die Vermeidung von Alkohol- und Tabakkonsum sowie die Bewältigung von Stress.

Fazit: Es kann im Bett wieder bergauf gehen  

Erektionsstörungen sind nicht nur für Männer eine belastende Erfahrung, sondern können auch bei ihren Partnerinnen Selbstzweifel und Unsicherheiten hervorrufen. 

Die Frage, wer Schuld an den Problemen trägt, ist jedoch nicht zielführend. Erektionsstörungen können viele verschiedene Ursachen haben, darunter psychische, physische und Lebensstilfaktoren. 

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Probleme meist nicht durch äußere Faktoren wie das Aussehen oder das Verhalten der Partnerin verursacht werden. Stattdessen können sie das Ergebnis einer Vielzahl von Faktoren sein, die oft miteinander verflochten sind. 

Für viele Männer ist die Hauptursache für Erektionsprobleme psychischer Natur, insbesondere Stress, Leistungsdruck und Versagensängste im Bett. Eine unterstützende und einfühlsame Haltung seitens der Partnerin kann dabei helfen, diese Probleme zu überwinden. 

Die Behandlung von Erektionsstörungen umfasst verschiedene Ansätze, darunter psychologische Unterstützung, Beckenbodentraining und Lebensstiländerungen. Eine Kombination aus diesen Maßnahmen ist für erfahrungsgemäß viele Männer effektiv, um wieder zu einer stabilen und zuverlässigen Erektion zu kommen. 

Falls du dir Hilfe für deinen Mann wünschst, kannst du hier ein kostenloses 60-90-Minütiges Analysegespräch mit uns vereinbaren, in dem wir gemeinsam in die Tiefe gehen können. 

Häufige Fragen

Erektionsstörungen: Liegt es an der Frau? 

Nein, in den meisten Fällen liegt eine Erektionsstörung nicht an der Frau. Sie können verschiedene Ursachen haben, darunter körperliche oder psychische Faktoren. In vielen Fällen sind die Erektionsstörungen bei Männern psychisch (Leistungsdruck und Versagensängste im Bett) bedingt. 

Was kann eine Frau bei Erektionsstörungen des Mannes tun?

Eine Frau kann verschiedene unterstützende Maßnahmen ergreifen, wenn ihr Partner unter Erektionsstörungen leidet:

  1. Offene Kommunikation 
  2. Keine Schuldzuweisungen 
  3. Vermeidung von Druck 
  4. Gemeinsame Lösungen finden 
  5. Positive Bestärkung 
  6. Professionelle Hilfe anbieten

Warum kann der Mann nicht in der Frau kommen? 

Es gibt verschiedene Gründe für Ejakulationsprobleme beim Geschlechtsverkehr. Diese können sowohl physischer als auch psychischer Natur sein. Physische Ursachen umfassen eine verminderte Empfindung im Genitalbereich (zum Beispiel durch übermäßigen Pornokonsum hervorgerufen), medizinische Zustände wie Diabetes oder neurologische Erkrankungen sowie Nebenwirkungen von Medikamenten oder hormonelle Ungleichgewichte. Auf der anderen Seite können psychische Faktoren wie Stress, Angst, Leistungsdruck, Beziehungsprobleme oder sexuelle Dysfunktion ebenfalls eine Rolle spielen. Anhand unserer Beratungen mit etlichen Männern mit Ejakulationsproblemen wissen wir, dass besonders die psychischen Faktoren oft die bedeutende Rolle spielen.

Kann eine Erektionsstörung wieder verschwinden? 

Ja, eine Erektionsstörung kann vorübergehend sein und sich wieder verbessern, insbesondere wenn sie durch vorübergehende Faktoren wie Stress oder Müdigkeit verursacht wird. Wenn eine Ereketionsstörung allerdings häufiger vorkommt, ist sie erfahrungsgemäß häufig psychisch bedingt, besonders durch Leistungsdruck oder Versagensängste im Bett. 

Wann endet die Potenz beim Mann?

Die Potenz beim Mann kann im Laufe des Lebens abnehmen, aber es gibt keine feste Altersgrenze, ab der sie definitiv endet. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch das Risiko für Erektionsstörungen aufgrund natürlicher Veränderungen im Körper, wie beispielsweise einer verminderten Durchblutung des Penis oder hormonellen Veränderungen. Die Potenz kann im Alter zwar abnehmen, aber viele Männer behalten trotzdem eine gute sexuelle Funktion bei. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, einschließlich gesunder Lebensgewohnheiten und Beckenbodentraining, die helfen können, die Potenz zu erhalten oder zu verbessern. Es ist also durchaus möglich, auch im Alter eine zufriedenstellende sexuelle Funktion aufrechtzuerhalten.