Warum eine Beziehung ohne Sex nur selten funktioniert und welche Lösungswege es gibt

Titelbild Beziehung ohne Sex

In diesem Artikel erfährst du, warum eine Beziehung ohne Sex oftmals zum Scheitern verurteilt ist und in welchen Fällen sie womöglich doch funktioniert. Außerdem gebe ich dir hier zwei Impulse, die dich und deinen/deine Partner(in) zu einer für beide befriedigenden Lösung führen.

In meiner Arbeit als Beziehungspsychologe ist das Thema Beziehung ohne Sexualität immer wieder eine Fragestellung meiner Klienten: Können wir ohne Sex eine erfüllende Beziehung führen? Eine Antwort bedarf in meinen Augen eine differenzierte Betrachtung.

Guter Sex = gute Beziehung oder gute Beziehung = guter Sex?

Grundsätzlich stellt sich die Frage: Stärkt eine gute Sexualität die Partnerschaft, oder fördert eine gute Beziehung und Kommunikation die Lust auf Sex? Es gibt Studien zu beiden Thesen, demnach sind beide Richtungen möglich und wahrscheinlich.

Eine für beide Partner befriedigende Sexualität kann viel Positives in der Liebesbeziehung bewirken:

Nähe und Austausch werden ermöglicht, Hormone werden ausgeschüttet, welche nachweislich die Bindung fördern, die Intimität verstärkt das Gemeinschaftsgefühl und diese nonverbale Art der Kommunikation ermöglicht eine Begegnung, welche mit Worte nicht erreicht werden kann.

Guter Sex daher kann viel Freude und Leichtigkeit in Partnerschaften bringen.

Wenn die Sexualität mit der Zeit immer seltener wird, kann das verschiedene Gründe haben:

  • Gemeinsame Kinder,
  • Stress in der Arbeit,
  • das fortschreitende Alter,
  • oder Schwierigkeiten in der Beziehung.

Der letzte Punkt kann wiederum viele verschiedene Ursachen haben. Ein kleiner Ausschnitt aus meiner Erfahrung in meiner Praxis:

Kommunikation: Fehlender Austausch und fehlende Nähe können zu einer unbefriedigenden Sexualität führen, weil zumindest für einen der Partner auf verbaler und emotionaler Ebene etwas fehlt. Eine Begegnung auf körperlicher und sexueller Ebene ist für diese oft nicht möglich, wenn die emotionale Ebene nicht erfüllend ist.

Macht: Manchmal ist der Entzug der Sexualität die beste oder einzige Möglichkeit, in welchem der eine Partner noch Macht und Kontrolle besitzt. Wenn der andere in allen anderen Bereichen die Beziehung führt, bestimmt und entscheidet, bleibt manchmal nur noch dieser – unbewusste – Ausweg, sich nicht völlig ausgeliefert zu fühlen.

Geschlecht: Auch der unterschiedliche Umgang der Geschlechter kann zu Frustrationen im Bett führen: Einer möchte mehr Sex oder andere Stellungen, der andere vermisst das ausgiebige Vorspiel oder kann sich erst öffnen, wenn genügend Nähe und Wertschätzung spürbar sind. Passend dazu fällt mir dieser Satz ein: Für die Frau beginnt das Vorspiel direkt nach dem letzten Sex, für den Mann direkt vor dem Akt.

Herauszuarbeiten, was wirklich dahinter steht, ist nicht immer leicht, da die Ursachen eben sehr vielschichtig  sind und meisten mehrere Aspekte zusammenkommen. In sexualtherapeutischen Sitzungen wird der Fokus unter anderem daraufgelegt, was die Hintergründe sind:

  • Warum haben der eine oder beide Partner keine Lust mehr?
  • Was liegt in der Partnerschaft begründet und was in anderen Lebensbereichen?
  • Welchen Anteil trägt jeder der Partnern dazu bei?

Dazu findest du in meinem Beziehungsratgeber für Paare Anregungen und Hilfestellungen.

Häufig unterscheidet sich der Leidensdruck der Partner: Der, der mit der Anzahl des Sex zufrieden ist, hat wenig Motivation zur Veränderung. Doch für den anderen ist der aktuelle Zustand nicht befriedigend: Er wünscht sich mehr Sex, mehr Experimentierfreude, oder mehr Initiative des Partners

Die Herausforderung für Paare besteht dann meist darin Wege zu finden, die die Bedürfnisse von beiden berücksichtigt und erfüllt. Offenheit, Engagement oder der Wille zur Veränderung von beiden ist dabei Voraussetzung. Nur, wenn beide mitziehen, kann wieder eine erfüllende Sexualität für beide entstehen.

Eine Beziehung ohne Sex ist möglich…

Wenn für beide Partner die Beziehung ohne Sex in Ordnung ist und sich keiner von beiden Veränderung wünscht, können Beziehungen ohne Sex funktionieren.

Wie langfristig und nachhaltig das ist, hängt individuell von jeder Partnerschaft ab, ebenso vom Alter der beiden und wie lange sie ein Paar sind. Auch spielt es eine Rolle, ob der Verzicht auf Sex wirklich von beiden authentisch ist, oder ob beispielsweise einer der beiden damit nur die Harmonie in der Beziehung aufrechterhalten möchte.

Du siehst: Es ist ein vielschichtiges Thema, welches nicht pauschal für alle Menschen beantwortet werden kann. Für die Mehrheit würde ich jedoch sagen, dass eine Beziehung ohne Sex auf Dauer nicht funktioniert. Denn meist ist einer mit einer nicht vorhandenen Sexualität unzufrieden. Ausnahmen bestätigen doch auch hier die Regel.

Nachfolgend gebe ich dir einige Lösungsansätze, die dir helfen können, wenn zwischen dir und deinem Partner / deiner Partnerin Differenzen in Sachen Libido und Häufigkeit des Sex bestehen.

Impulse und Lösungsansätze, wenn DU keine Lust auf Sex hast

Wenn du der Part in der Beziehung bist, der kein Sex mehr möchte, dein Partnern jedoch schon, stelle dir beispielsweise folgende Fragen:

  • „Was müsste passieren, dass ich wieder Lust habe?“
  • „Was kann ich dazu beitragen und was mein Partner?“
  • „Wäre es anders, wenn ich mich neu in einen anderen Menschen verlieben würde?“
  • „Was vermeide ich, indem ich Sexualität und Intimität vermeide?“
  • „Was wäre mir wichtiger: Mein Bestes zu geben, damit wieder Freude an Sex entsteht oder das Ende der Partnerschaft hinzunehmen?

Spricht mit deinem Partner, fragen ihn nach seinem Befinden und seinen Lösungsimpulsen. Frage ihn auch, was er vermutete, was er dazu beitragen kann, dass du wieder mehr Lust auf Sex in eurer Beziehung hast. Eine ehrliche und offene Kommunikation ist sehr wesentlich. Vielleicht vereinbart ihr ein wöchentliches 20-minütiges Gespräch darüber. Wenn du oder ihr beide selbst nicht weiterkommt, du dir jedoch Veränderungen wünschst, suche einen Paar- oder Sexualtherapie auf. Alleine oder mit deinem Partner.

Impulse und Lösungsansätze, wenn dein Partner keine Lust auf Sex hat

Du möchtest Sexualität mit deinem Partner leben, aber er nicht mit dir? Beginne auch in diesem Fall dir selbst Fragen zu stellen und zu beantworten:

  • „Was trage ich dazu bei, dass mein Partner Sex mit mir ablehnt?“
  • „Welche externen Umstände tragen dazu bei?“
  • „Kenne ich die sexuellen Vorlieben von Vorspiel bis Nachspiel meines Partners?“
  • „Was ist passiert, dass es sich verändert hat?“

In dieser Konstellation einer Beziehung ohne Sex gilt auch: Kommunikation ist wesentlich. Sprich deinen Partner in einem ruhigen und unemotionalen Moment auf dieses Thema an. Ohne Vorwürfe. Interessiere dich vielmehr für ihn und sein Empfinden – und teil ihm deine Wahrnehmung und deine Gefühle diesbezüglich mit. Zum Beispiel: „Schatz, das Thema Sex ist glaube ich für uns beide zur Zeit weniger zufriedenstellend, wir drehen uns da irgendwie im Kreis. Mich macht das traurig. Wie geht es dir denn damit? … Was meinst du, wie wir da wieder zueinanderfinden können? … Was kann ich dazu beitragen? … Und was denkst du, was du dazu beitragen kannst? Mir hat es früher so viel Freude bereitet mit dir zu schlafen, das fehlt mir jetzt richtig.“

Über den Autor:

Wieland Stolzenburg ist leidenschaftlicher Psychotherapeut und Beziehungspsychologe. Mit seiner Arbeit unterstützt er Menschen dabei eine erfüllende Beziehung zu führen: Und zwar nicht nur mit dem Partner, sondern auch mit sich selbst und allen anderen Menschen. Neben seiner Tätigkeit als Beziehungspsychologe bereist Wieland den Planeten und erkundet die Vielfalt unserer Erde!

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